Wie mir ein graues Mammut den Rücken decken wird

Fast zwei Monate hat es gedauert, bis ich endlich „Ja“ gesagt habe. Jetzt werden die Wandertouren stets in seiner Begleitung stattfinden und ich bin überglücklich!

Im Dezember habe ich euch berichtet, wie viele Eigenschaften mein neuer Partner haben soll. Bei all den Möglichkeiten, die sich mir boten, war die Entscheidung am Ende dann doch leichter zu treffen, als ich noch im letzten Jahr glaubte.

Was hat mich am Ende überzeugt? Es waren die zahlreichen Ratschläge, die ich bekam. Ich habe viele ausprobiert und getestet, ob mir die Kandidaten das bieten, was mir wichtig ist. Einen kleinen Kompromiss bin ich eingegangen, wobei dieser kaum nennenswert ist. Es war eine Eigenschaft, die recht weit oben auf meiner Liste stand, darum möchte ich euch kurz erzählen, wie es mir bei der Wahl ging.

Pink darf auf gar keinen Fall eine Rolle spielen. Ich mag Rosatöne, keine Frage. Einen knapper Meter in leuchtendem Pink kann ich mir an meiner Seite nicht vorstellen. Etwas unaufdringlicher, bitte sehr. Tja, auch die Größe spielt eine Rolle. Länge und Breite sind ausschlaggebend, wenn’s auch ein bisschen bequem sein soll. Die Möglichkeit von allen Seiten ran zu kommen, erschien mir als das Wichtigste überhaupt! Der Rücken ist noch wichtiger, den der gibt den nötigen Halt, wenn es schwierig wird. Zu dick und zu dünn darf es auch nicht sein, das Gewicht macht ohnehin ständig Schwierigkeiten.

Im Dezember war ich ja schon in Wertheim unterwegs und habe nach einem geeigneten Kandidaten Ausschau gehalten. So recht gefallen hat mir dann doch keiner und ich habe meine Suche nach Würzburg verlegt. Eine größere Stadt – höhere Chancen, dachte ich. Leider habe ich mich getäuscht und so bin ich mit allem anderen nach Hause gekommen, aber nicht mit einem neuen Begleiter.

Wo soll ich noch suchen? Online find ich doof, da kann ja am Ende die Katze im Sack bei raus kommen! Nein, nein, besser auf dem konventionellen Weg. Also auf nach Nürnberg! In Nürnberg habe ich bisher alles gefunden, da sollte doch ein neuer Touren-Partner keine Schwierigkeit werden.

An einem sonnigen Samstag mache ich mich also auf den Weg nach Nürnberg. Ich hatte ein klares Ziel vor Augen und war fest entschlossen, nicht allein zurück nach Mondfeld zu fahren. Sofort steuerte ich die Krebsgasse an, hier treffe ich drei auf einem Platz: Travel und Trek, The North Face und Vaude. Ich war sicher, nach diesen drei Fachgeschäften, nimmt meine Suche ein gutes Ende.

Jetzt wisst ihr, was ich suche. Habt ihr vergessen, dass ich nach einem Rucksack suche? Wer soll mich denn sonst begleiten beim Wandern? 🙂

Im Travel und Trek war die Auswahl gut. Die verschiedenen Typen, die speziell für Frauen designed sind, gibt es hier von Deuter. Mehrfach gelobt von Outdoor-Magazinen, war ich neugierig darauf, einen Deuter Aircontact aufzusetzen.

Mit einem Volumen von 50+10l erfüllte das Modell meinen Anspruch an Größe. Mit 28 cm Breite, ist er schmal genug für mich und lässt genügend Freiraum für die Arme. Er bietet viel Platz für Wanderstöcke, Schlafsack und allerhand Kleinigkeiten, die Regenhülle, das abtrennbare Bodenfach sowie verschiedene Wege ans Innere heranzukommen. Das komfortable Rückensystem soll nicht unerwähnt bleiben. Damit war das Modell von Deuter meine erste Wahl für den Moment. Mit einem Eigengewicht von 2,5 kg ist er 500 g schwerer, als meine Idealvorstellung. Zweites Manko: Es war nur in rot, bzw. Blackberry-Aubergine, verfügbar. Oder Grün, das heißt Pine Moss, was noch eher für mich in Frage kam. Die Hüftgurte saßen gut, engten nicht ein und auch die Schultergurte scheuerten nicht. Die Beratung im Travel und Trek war sehr gut. Der Fachberater erklärte jeden Gurt und zeigte, die optimale Einstellung. Er legte mir sogar für zwei Stunden den Rucksack zurück, damit ich noch Zeit habe, mich weiter umzusehen.

Bei Vaude und The North Face war die Beratung ebenso gut. Leider gab es hier kein Modell, das mich überzeugte. Entweder war mein Wunsch-Volumen nicht im Store verfügbar oder der Schultergurt scheuerte am Hals. Also auf zu den nächsten beiden Fachgeschäften: Jack Wolfskin und Mammut, die beide am Josephsplatz sind.

Als ich vor dem Regal im Mammut stand und meine Augen über die herrlich unauffälligen Farben der Rucksäcke wandern ließ, war ich schon sehr entzückt! Kein Pink, kein grelles Türkis und auch kein komisches Blackberry-Aubergine. Für den Moment waren alle drei Fachberater in Kundengesprächen und so probierte ich allein einige Modelle auf. Es kam ein Modell in Frage, da es mein Kriterium von mindestens 50 Liter Volumen erfüllte: Hera Light 55+15  in grau. Ich stellte mir den Rucksack so ein, wie es mir in den vorherigen Geschäften bereits ausführlich erklärt wurde. Er saß gut. Das Eigengewicht von 2 kg ist im Vergleich zu Modellen von anderen Herstellern gering. Die meisten Trekkingrucksäcke wiegen 2,5 kg und mehr. Die Hüftgurte sind vorgeformt und liegen auch ohne festes anziehen gut an. Toller Zusatz: Der Hüftgurt kann rotieren durch ein integriertes Gelenk. Der Fachberater erklärt mir später, dass die Stabilität dadurch unterstützt wird. Die Kraft wird reibungslos übertragen und gibt der Hüfte jede Bewegungsfreiheit.

Nach dem mir der Verkäufer Gewicht in den Rucksack gepackt, laufe ich einige Male mit dem grauen Mammut auf dem Rücken durch das Geschäft. Die rotierende Hüfte stört gar nicht, sondern passt sich meinen Bewegungen an. Mit diesem Modell habe ich nicht das steife Gefühl eines Brettes auf dem Rücken. Die Schultergurte verlaufen ideal, so dass nichts zwickt oder reibt. Was gibt es auszusetzen? Es gibt keine seitlichen Eingriffmöglichkeiten ins Innere und die Nähte sind zum Teil pink.

Mammut Hera Light 55+15 grey

Die fehlenden zusätzlichen Öffnungen seien unnötig, meinte der Berater. Seine Begründung: Bei einer Trekkingtour packe ich in der Herberger oder Hütte den ganzen Rucksack aus. Selbst, wenn ich zelte, wird kaum ein Teil verpackt bleiben. Die mehrfachen Eingriffmöglichkeiten sind für Work-and-Travel-Pläne geeignet, weil der Rucksack so die Reisetasche ersetzt. Leuchtet ein. Mehr Reißverschlüsse bedeuten auch mehr Schwachpunkte, denn jede Naht kann aufgehen. Na ja, und das bisschen Pink verkrafte ich, dachte ich.

Eine Station hatte ich noch vor mir: Jack Wolfskin, zwei Häuser weiter. Ich ließ mir das graue Mammut reservieren und ging nach neben an. Hier ist kein Modell für Damen verfügbar, was auch gleich am Schultergurt spürbar war: Die Schultergurte laufen direkt über die Brust. Mit der Farbe Schwarz und einer typischen schmalen Bauweise, wäre sonst ein Modell von diesem Hersteller durchaus interessant gewesen. Schade, ich hätte gern den Highland Trail XT 45 Women ausprobiert. Selbstverständlich können alle Fachgeschäfte ein gewünschtes Produkt bestellen, sogar nach Hause schicken ist möglich. Lasst euch beraten, wenn ihr euch einen Rucksack zu legen möchtet.

Nach einem kurzen Mittagessen, geht es zurück zu Mammut. Ein guter Shoppingtag, Ziel erreicht.

Lächelnd verstaue ich meine Handtasche im Inneren und trete die Heimreise an mit meinem neuen Wanderbegleiter auf dem Rücken.

Ihr möchtet euch auch einen Rucksack zu legen? Ich habe euch in einer Liste zusammengefasst, worauf ich beim Kauf geachtet habe und wo ich mich vorher informiert habe: Hier entlang…

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