Zwischen Riesenameisen und Karpfen gewandert

Sonntag ist mir der liebste Tag zum Wandern. Man sollte meinen, dass gerade sonntags viele Menschen in den Wäldern spazieren oder wandern. Bisher habe ich die Erfahrung gemacht, dass es besonders ruhig ist. Auch an diesem Sonntag ist das nicht anders.

Wir, das sind Nina, Markus, mein Wanderbegleiter und ich, starten heute eine kleine Runde im Steigerwald. Gerade mal 38 km von Nürnberg entfernt, erreicht man Schmiedelberg im Aischgrund.

Champignon auf der Wiese

Wir parken an einem Spielplatz und starten unseren Weg entlang einer Streuobstwiese. Die Spuren des Regenwetters der letzten Wochen sind noch sichtbar: Die Löcher im Schotter- und Asphaltweg sind noch randvoll mit Regenwasser. Unter einem Apfelbaum leuchtet weiß ein Champignon. Sofort dreht sich unser Gespräch um das Thema Pilze sammeln im Herbst. So wirklich auskennen wir uns nicht. Mein Wanderbegleiter kennt zumindest einige Speisepilze und ist der einzige mit Sammel-Erfahrung.

Als wir in den Wald einbiegen entdecken wir, dass die Pfützen bereits belebt sind: Kleine Frösche springen am Wegesrand von Pfütze zu Pfütze. Sie sitzen zwischen dem Laub oder auf kleinen Hölzern, so gut getarnt, dass nur ihre Bewegungen, wenn wir sie aufscheuchen, sie verraten.

Die Sonnenstrahlen spielen zwischen den Bäumen, der Wind ist kaum eine Brise. So wandern wir einen breiten Weg entlang und entdecken große Ameisenhügel. Viele davon.

Darum entscheiden wir uns auch, dass die erste Rast im Stehen verbracht wird. Wir teilen uns den Weg mit Ameisenvölkern. Es dauert nicht lange, bis die eine oder andere unsere Schuhe entdeckt hat. Es ist wirklich spannend, denn es scheinen verschiedene Arten Ameisen zu sein. Weiß jemand von euch, welche Ameisen Hügel in dieser Größe bauen?

Ameinsehaufen

Wir sind ganz beeindruckt von den Ameisen und merken darum erst gar nicht, dass sich der Wald verändert hat. Die Pfützen werden weniger, der Boden scheint hier trockener zu sein. Wir kommen an eine Kreuzung und die Karte sagt, abbiegen. Wir folgen nun einem Waldweg, weichen Wurzeln und Steinen aus. Wildheidelbeeren wachsen hier und bedecken den gesamten Boden zwischen den Bäumen. Manche Sträucher tragen die schwarzen Beeren.

Zwischen all den Grüntönen und Brauntönen lugt aus der Ferne ein roter Fleck: Ein roter Pilz ziert den Wegrand. Steht fast stolz zwischen den Büschen.

Wir begegnen auch einem anderen großen Ungetüm in diesem schönen Wald: Ein Windrad wurde mitten hineingesetzt. Es überragt die Bäume weit und ist offenbar erst kürzlich aufgestellt worden.Windrad im Wald

Ungefähr auf halber Strecke treten wir aus dem Wald und erreichen das Örtchen Linden. Unsere Route führt uns hier zu einem Biergarten, der Rosenkeller. Wir entscheiden uns, dort zu rasten. Es ist ein schöner Platz für eine Rast. Ohne Schnickschnack. Es gibt fränkische Gerichte, Getränke zu günstigen Preisen und Filterkaffee mit selbst gebackenem Kuchen. Wir verweilen viel länger als wir es vor hatten. Das Wetter bleibt weiter regenfrei und die Sonne scheint immer wieder hinter den Wolken hervor.

Nach dieser ausgiebigen Pause gehen wir etwas langsamer los. Zwischen Wohnhäusern, verlassenen Häusern und Fischteichen wandern wir an der Hauptstraße entlang, die selten befahren ist. Schon auf der Autofahrt haben wir die vielen Fischteiche gesehen. Es sind so viele gewesen, dass wir irgendwann aufgehört haben zu zählen. Der Aischgrund hat mehr als 7.000 Teiche und ist auch als Karpfenland bekannt. Es sind Naturteiche, in denen noch heute auf traditionelle Weise Teichwirtschaft betrieben wird.

Karpfenteich im Aischgrund

Der Rest unseres Weges führt uns entlang am Waldrand, vorbei an Sonnenblumenfeldern und Wiesen. Es geht quer durch Traishöchstadt und Rohensaas, bis wir wieder auf einem Stück Weg gelangen, das wir schon kennen.

Ohne Karte hätten wir sicher unser Auto nicht wiedergefunden, denn die Beschreibung ist sehr kurz gehalten und beinhaltet auch keine Hinweise auf Wanderzeichen. Zum Glück ist heute jedes Smartphone mit GPS ausgestattet, so dass wir uns nur einmal etwas verlaufen haben.

Als wir wieder an unserem Auto ankommen, sind wir doch ziemlich geschafft vom Weg. Oder sind es die vielen Eindrücke?

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s